Aktuelles

  • DRACHENHERZ

    Günnis Clique ist echt cool. Findet Günni jedenfalls. Sonst ist aber wenig cool in der mitteldeutschen Kleinstadt, die Günnis Clique mit ihren Mutproben terrorisiert. Aber was soll man sonst machen, wenn die halbe Stadt arbeitslos und die meisten Erziehungsberechtigten apathisch vor der Glotze sitzen? Dann kommt Fred. Fred ist anders: Fred hat Ideen und was im Kopf. Mit Fred macht alles plötzlich mehr Spaß. Und er macht Günni seine Stellung nicht streitig. Fred ist schon bald Günnis bester Mann in der Clique. Hagen könnte kotzen. Günnis bester Mann war doch immer Hagen. Mit einem Wort: Fred geht Hagen schwer gegen die Ehre.

    Ehre ist ein wichtiges Thema in DRACHENHERZ- der Neufassung der alten Siegfried-Sage. Ehre. Verrat. Und Treue. Keine besonders aktuellen Themen im heutigen Deutschland, möchte man meinen. Aber im Gegenteil. Was man tut, wie man kämpft und vor allem für was- das sind die großen Fragen, die jeder Jugendliche heute an die Gesellschaft stellt. Und seien wir ehrlich: unsere Antworten sind dürftig. Das war bei den Nibelungen noch anders. Da wusste jeder, für was er kämpfte. Im schlimmsten Fall für sich selber. Und Siegfried musste sterben, weil es damals offensichtlich keinen Platz gab für echte Helden auf der Welt. Gibt es diesen Platz heute? Oder müssen die Guten immer noch sterben, weil die Gemeinen es einfach nicht ertragen, so klein im Geiste zu sein

    Unsere erste Koproduktion der UdK nicht nur mit der Neuköllner Oper, sondern auch mit der Oper Chemnitz. Am 2. März war die umjubelte Premiere ebendort, ab 13. Juni geht es nach Neukölln... 

  • MARTHA Spieloper von Friederich von Flotow

    "Martha, Martha, du entschwandest...!"  So hat es Lyonel in seiner berühmten Arie nicht gemeint, aber recht hat er leider trotzdem behalten. MARTHA ist entschwunden, und zwar von den Spielplänen der Welt, dort, wo dieses Oper über hundert Jahre lang zu Hause war und so zur meistgespielten Oper des 19. Jahrhunderts wurde. Nun ist nicht alles gut, was von früher ist, aber in diesem Fall ist es wirklich eine Schande, was die hiesige Theaterlandschaft mit ihrem unseligen Hang zum deutschen Ernst ohne jeden Grund in der Versenkung verschwinden ließ. Eleganz, Esprit und eine genuine Verschmelzung von Wort und Ton findet man ja nicht alle Tage, und spätere Generationen könnten sich ruhig mal eine Scheibe abschneiden vom Geist und Witz dieser großartigen Spieloper. Das würde dem heutigen Musiktheater ganz gut zu Gesicht stehen, egal ob es sich nun Kammeroper oder Musical schimpft. 

    Höchste  Zeit also, dass dieses Werk endlich einmal wieder in voller Schönheit zu erleben ist, und um so schöner, dass sich ein so glanzvolles Haus wie die Oper Graz unter der musikallischen Leitung von Robin Engelen der Sache angenommen hat. Noch bis Mitte April auf dem Spielplan! 

     

  • KOPFKINO- das fimmusical

    Das war schon lange mal fällig: ZAUFKE&LUND als Film.

    Schon einige unserer Projekte wurden von interessierten Regisseuren  als vielversprechendes Filmmaterial erwogen. Von DAS WUNDER VON NEUKÖLLN über ELTERNABEND bis zu FRAU ZUCKER spannt sich die Liste der Projekte, für die wir mittlerweile sehr schöne Drehbücher in der Schublade liegen haben. Allein es hat sich dann doch kein Produzent an das Genre Musical herangewagt. Also machen eir es selber und hoffen, dass dieses Projekt die eine oder andere Tür für das Deutsche Filmmusical aufstößt. Wie gesagt, wir haben noch ein paar Bücher in petto.... 

    Lennard ist 18 und kann sich nicht entscheiden. Aber zumindest eine Sache hat er geschafft: Er ist in eine WG gezogen, zusammen mit dem tiefenentspannten Ben und der durchgeknallten Fine. Dabei hat Lennard schon Mitbewohner genug. Zumindest im Oberstübchen. Den Heteromacker Boris und seine weibliche Seite Helena, die vernünftige Sophia  mit Lennards innerem Kind Theo, die saucoole Tess und natürlich sein gesammeltes Angstpotential Jürgen Und alle sagen Lennard ungefragt ihre Meinung. Kein Wunder, dass Lennard so viel Zeit braucht, sich zu entscheiden.  Vor allem aber wenn es darum geht, wem Lennard sein Herz schenken könnte, läuft sein Kopfkino zu ganz großer Form auf. Und weder Fine noch Ben konnten ahnen, wen sie sich da in die WG geholt haben. Und vor allem, wie viele!

  • DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN

    Imre Kálmáns bekannteste Operette an der Wiener Volksooper- das ist schon eine Herausforderung. Denn genau wie bei "Carmen" weiß jeder wie's geht. Oder wie es gehen sollte. Und dann noch ein verdammt gut gebautes Stück, dass in der Tat keine regiemäßigen Verschlimmbesserungen braucht.

    Von daher hält sich der Bearbeiter Peter Lund diesmal auch vornehm zurück und sucht als Regisseur vielmehr nach dem sensationellen Etwas, das dieses Stück bei seiner Premiere mitten im 1. Weltkrieg gewesen sein muss. Denn all die Grafen und Fürstinnen hat es ja wirklich gegeben, und kaum einer ahnte im johlenden Publikum, dass es vier Jahre später ziemlich schnurz sein würde, ob eine Schwiegermutter von echtem Adel oder doch nur eine angeheiratete Tingeltangelmadame ist. Aber gerade darin liegt die Sprengkraft des Stückes.  Und so ist das vordringliches Anliegen dieser Produktion, die damalige Zeit und ihre explosive Stimmung wieder fühlbar zu machen. Edwin muss eben doch in den Schützengraben, und die "dumme Liebe" macht nicht nur wie der Auerhahn so blind,sondern muss gelebt werden- hier und jetzt... denn morgen sind wir alle nicht mehr da. 

    In der Ausstattung von Ulrike Reinhard und den Kostümen von Daria Kornysheva gibt Csárdásfürstin Elissa Huber ihr Volksoperndebut mit Tanzschritten von Andrea Heil, die überforderte Elterngeneration ist mit Robert Meyer und Sigrid Hauser schauspielerisch von feinstem Adel, und die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Alfred Eschwé.Ein großer Erfolg und bis auf weiteres auf dem Spielplan zu finden...

  • AXEL AN DER HIMMELSTÜR

    AUSGEZEICHNET MIT DEM ÖSTERREICHISCHEN MUSIKTHEATERPREIS 2016 für Beste Regie, Beste Ausstattung und Beste Produktion! 

    "Dieses Stück muss  für die nächsten 50 Jahre auf dem Spielplan bleiben!"- so bittet die Wiener Presse nach der Premiere im September 2016. Von uns aus gerne. Bis dato geht die Rechnung auf- Axel kommt 2019 wieder!

    Die Operette, mit der Zarah Leander berühmt wurde- mehr weiß kaum einer über dieses unbekannte bekannte Werk des großen Ralph Benatzky. Was eigentlich schade ist. Denn die Geschichte des kleinen Hollywood-Reporters Axel, der so verzweifelt versucht, ein Interview mit dem berühmten Star Gloria Mills zu bekommen, hat Charme und Witz und erinnert ein bißchen an "Notting Hill" und sogar an "Ein Herz sucht eine Krone"- wenn sich noch jemand daran erinnert.

    Natürlich hat das Buch hier und dort ein bißchen Staub angesetzt, aber im abstauben antiker Werke waren Peter Lund und Kai Tietje schon immer gut. Und so erstrahlt diese Hommage an die große Greta Garbo so schön wie am ersten Tag. Nur nach Schweden sind wir nicht gefahren, um einen Star zu finden. Wir haben uns in Wien umgeschaut und sind mit Bettina Mönch auf das Schönste fündig geworden. Und Andreas Bieber spielt ihren Axel. Das schönste ungleiche Liebespaar seit den "Producers". 

    Seit September 2016 in der Wiener Volksoper, in der Ausstattung von Sam Madwar und Daria Kornysheva, mit der Choreographie von Andrea Heil und unter der musikalischen Leitung von Lorenz Aichner.

     

  • STELLA- das blonde Gespenst vom Kürfürstendamm

    AUSGEZEICHNET ALS BESTES DEUTSCHES MUSICAL 2016!!!

    Stella macht wieder Schlagzeilen- diesmal dank einer mäßig gelungenen Romanadaption. Aber darüber geht es gar nicht, wenn sich das deutsche Feulliton einen Stum im Wasserglas gönnt darüber, ob und wie man über Stella schreiben darf. Wir haben das unserer Meinung nach ganz gut und seriös hinbekommen. Das findet die überregionale Presse, ohne unser Stück gesehen zu haben, gar nicht. Und deshab gibt es jetzt vielleicht eine Wiederaufnahme an der Neuköllner Oper, damit sich sogar die gute alte Tante ZEIT davon überzuegen kann, das Musical nicht zwangsläufig dämlich sein muss.