Aktuelles

  • MARTHA Spieloper von Friederich von Flotow

    "Martha, Martha, du entschwandest...!"  So hat es Lyonel in seiner berühmten Arie nicht gemeint, aber recht hat er leider trotzdem behalten. MARTHA ist entschwunden, und zwar von den Spielplänen der Welt, dort, wo dieses Oper über hundert Jahre lang zu Hause war und so zur meistgespielten Oper des 19. Jahrhunderts wurde. Nun ist nicht alles gut, was von früher ist, aber in diesem Fall ist es wirklich eine Schande, was die hiesige Theaterlandschaft mit ihrem unseligen Hang zum deutschen Ernst ohne jeden Grund in der Versenkung verschwinden ließ. Eleganz, Esprit und eine genuine Verschmelzung von Wort und Ton findet man ja nicht alle Tage, und spätere Generationen könnten sich ruhig mal eine Scheibe abschneiden vom Geist und Witz dieser großartigen Spieloper. Das würde dem heutigen Musiktheater ganz gut zu Gesicht stehen, egal ob es sich nun Kammeroper oder Musical schimpft. 

    Höchste  Zeit also, dass dieses Werk endlich einmal wieder in voller Schönheit zu erleben ist, und um so schöner, dass sich ein so glanzvolles Haus wie die Oper Graz unter der musikallischen Leitung von Robin Engelen der Sache annimmt. Im  Bühnenbidl von Ulrike Reinhard und den Kostümen von Daria Kornysheva will das Team der ZIRKUSPRINZESSIN an den Erfolg der letztjähringen Produktion anschließen. Hoffentlich gelingt es uns. An der Vorlage zumindest soll es nicht scheitern...

     

  • KOPFKINO- das fimmusical

    Das war schon lange mal fällig: ZAUFKE&LUND als Film.

    Schon einige unserer Projekte wurden von interessierten Regisseuren  als vielversprechendes Filmmaterial erwogen. Von DAS WUNDER VON NEUKÖLLN über ELTERNABEND bis zu FRAU ZUCKER spannt sich die Liste der Projekte, für die wir mittlerweile sehr schöne Drehbücher in der Schublade liegen haben. Allein es hat sich dann doch kein Produzent an das Genre Musical herangewagt. Also machen eir es selber und hoffen, dass dieses Projekt die eine oder andere Tür für das Deutsche Filmmusical aufstößt. Wie gesagt, wir haben noch ein paar Bücher in petto.... 

    Lennard ist 18 und kann sich nicht entscheiden. Aber zumindest eine Sache hat er geschafft: Er ist in eine WG gezogen, zusammen mit dem tiefenentspannten Ben und der durchgeknallten Fine. Dabei hat Lennard schon Mitbewohner genug. Zumindest im Oberstübchen. Den Heteromacker Boris und seine weibliche Seite Helena, die vernünftige Sophia  mit Lennards innerem Kind Theo, die saucoole Tess und natürlich sein gesammeltes Angstpotential Jürgen Und alle sagen Lennard ungefragt ihre Meinung. Kein Wunder, dass Lennard so viel Zeit braucht, sich zu entscheiden.  Vor allem aber wenn es darum geht, wem Lennard sein Herz schenken könnte, läuft sein Kopfkino zu ganz großer Form auf. Und weder Fine noch Ben konnten ahnen, wen sie sich da in die WG geholt haben. Und vor allem, wie viele!

  • WELCOME TO HELL - the musical

    Die Welt zu Gast in Hamburg. Könnte so schön sein- wenn’s nicht ausgerechnet der G20- Gipfel wäre.

    Mitten rein in die zweitgrößte deutsche Stadt hat die Politik diese hochexplosive Veranstaltung gepflanzt, und wenn‘s darum geht, möglichst wenig Dialog zu schaffen und möglichst viel Wut zu schüren, ist die Rechnung glorios aufgegangen. Zwölf Menschen und eine Woche Straßenkampf:  Von der Supermarktkassiererin bis zum Polit-Referenten auf Abwegen, von der Demonstrantin mit dem zu großen Herzen bis zum traumatisierten Kontaktbereichsbeamten kriegen alle ihr Fett weg  und mehr als nur ein paar Schaufensterscheiben sind am Ende zu Bruch gegangen. 

    Die neueste Koproduktion des Studiengangs Musical mit der Neuköllner Oper hat sich diesmal direkt bei den Nachrichten bedient.  Und bei dem, was in den Nachrichten nicht gesagt  wird.Dass Musik in der Lage ist, die Struktur hinter den Dingen sichtbar zu machen, hat Komponist Michael von der Nahmer schon bei seinem Debut KLANGWANDLER an der Neuköllner Oper bewiesen. Und dass die besten Musicalthemen immer auf der Straße liegen, hat gute Tradition in Neukölln. Dafür steht das übrige Team mit journalistischen Wortbeiträgen von Peter Lund, choreographischen Straßenkämpfen von Neva Howard im malerischen Schanzenviertel  von Zoe Agathos,  und dies alles unter der bewährten musikalischen Führung von Einsatzleiter Hans-Peter Kirchberg.

     

  • DIE CSÁRDÁSFÜRSTIN

    Imre Kálmáns bekannteste Operette an der Wiener Volksooper- das ist schon eine Herausforderung. Denn genau wie bei "Carmen" weiß jeder wie's geht. Oder wie es gehen sollte. Und dann noch ein verdammt gut gebautes Stück, dass in der Tat keine regiemäßigen Verschlimmbesserungen braucht.

    Von daher hält sich der Bearbeiter Peter Lund diesmal auch vornehm zurück und sucht als Regisseur vielmehr nach dem sensationellen Etwas, das dieses Stück bei seiner Premiere mitten im 1. Weltkrieg gewesen sein muss. Denn all die Grafen und Fürstinnen hat es ja wirklich gegeben, und kaum einer ahnte im johlenden Publikum, dass es vier Jahre später ziemlich schnurz sein würde, ob eine Schwiegermutter von echtem Adel oder doch nur eine angeheiratete Tingeltangelmadame ist. Aber gerade darin liegt die Sprengkraft des Stückes.  Und so ist das vordringliches Anliegen dieser Produktion, die damalige Zeit und ihre explosive Stimmung wieder fühlbar zu machen. Edwin muss eben doch in den Schützengraben, und die "dumme Liebe" macht nicht nur wie der Auerhahn so blind,sondern muss gelebt werden- hier und jetzt... denn morgen sind wir alle nicht mehr da. 

    In der Ausstattung von Ulrike Reinhard und den Kostümen von Daria Kornysheva gibt Csárdásfürstin Elissa Huber ihr Volksoperndebut mit Tanzschritten von Andrea Heil, die überforderte Elterngeneration ist mit Robert Meyer und Sigrid Hauser schauspielerisch von feinstem Adel, und die musikalische Leitung liegt in den bewährten Händen von Alfred Eschwé.

  • AXEL AN DER HIMMELSTÜR

    eine Operette von Ralph Benatzky

    "Dieses Stück muss  für die nächsten 50 Jahre auf dem Spielplan bleiben!"- so bittet die Wiener Presse nach der Premiere im September 2016. Von uns aus gerne. Bis dato geht die Rechnung auf- Axel kommt 2019 wieder!

    Die Operette, mit der Zarah Leander berühmt wurde- mehr weiß kaum einer über dieses unbekannte bekannte Werk des großen Ralph Benatzky. Was eigentlich schade ist. Denn die Geschichte des kleinen Hollywood-Reporters Axel, der so verzweifelt versucht, ein Interview mit dem berühmten Star Gloria Mills zu bekommen, hat Charme und Witz und erinnert ein bißchen an "Notting Hill" und sogar an "Ein Herz sucht eine Krone"- wenn sich noch jemand daran erinnert.

    Natürlich hat das Buch hier und dort ein bißchen Staub angesetzt, aber im abstauben antiker Werke waren Peter Lund und Kai Tietje schon immer gut. Und so erstrahlt diese Hommage an die große Greta Garbo so schön wie am ersten Tag. Nur nach Schweden sind wir nicht gefahren, um einen Star zu finden. Wir haben uns in Wien umgeschaut und sind mit Bettina Mönch auf das Schönste fündig geworden. Und Andreas Bieber spielt ihren Axel. Das schönste ungleiche Liebespaar seit den "Producers". 

    Seit September 2016 in der Wiener Volksoper, in der Ausstattung von Sam Madwar und Daria Kornysheva, mit der Choreographie von Andrea Heil und unter der musikalischen Leitung von Lorenz Aichner.

     

  • STELLA- das blonde Gespenst vom Kürfürstendamm

    AUSGEZEICHNET ALS BESTES DEUTSCHES MUSICAL 2016!!!

    Stella Kübler, das sogenannte "blonde Gespenst von Kurfürstendamm", war eine der gefürchtetsten Greiferinnen der Gestapo. Selber Jüdin, soll sie während des 2. Weltkrieges bis zu 300 untergetauchte Juden verraten und damit ins Lager gebracht haben. Nach dem Krieg wird Stella vor Gericht gestellt und die junge Bundesrepublik ist mehr als empört über diese "Volksverräterin" , die ihre eigenen Glaubensbrüder verriet.

    Aus diesem einmal mehr absolut Musical-untauglichen Stoff haben Wolfgang Böhmer und Peter Lund ein deutsches Singspiel gestrickt, immer nach der Devise: gute Unterhaltung muss wehtun.  Der UFA-Film, der nie gedreht wurde, mit Frederike Haas in der Titelrolle und in der Inszenierung von Martin Berger, ab September 2018 wieder in der NEUKÖLLNER OPER